Wir lieben daran

Wir lieben daran


Diese Aussage meines Partners gab mir Anstoß, darüber zu schreiben.
Möglichkeiten dafür haben wir uns genug geschaffen.
In Partnerschaften ist es oft so, dass der alte Ballast die Liebe zu ersticken droht.
Und dann kommt die Aussage, die ich seit Jahren zum „Kotzen“ finde:
„Wir arbeiten daran“.
Wie mühsam das ist, davon können wohl die meisten ein Liedchen trällern oder ganze Arien singen.
Die Lieder über Schmerz in der Liebe geben Zeugnis davon.
Gerade nach der ersten Hochphase in einer neuen Bindung kommt recht ausgeprägt die düstere Erkenntnis:
„Alles beim Alten.“
Schon wieder drücken die gleichen Themen herein.
Chuck Spezzano hat in einem seiner Bücher eine Aussage niedergeschrieben, die ich vor vielen Jahren für mich als die Quintessenz des ganzen Buches genommen habe:
„Gib mir deine Schmerzen, damit sie nicht zwischen uns stehen.“
Was sich da aufbäumt zwischen zwei Liebenden sind die alten Schmerzen.
Alter Ballast. Hat mit dem Neuen nichts zu tun.
Oftmals so groß und mächtig, dass sie zu ersticken drohen, was gerade zu wachsen anfängt.
Du plagst dich und bemühst dich und nichts hat auf Dauer Bestand.
Angst ist fehlgeleitete Liebe.

Diese Angst kann man wieder „zurück lieben“.

Aus Angst Dinge zu tun, dem anderen zu gefallen, wird dich immer weiter von dir selber wegtreiben.
Bis zur Unkenntlichkeit der Seele treibst du dein „Unwesen“ und merkst es gar nicht mehr.
Unwesen deshalb, weil eigentlich bist es nicht mehr DU, der so eskaliert.
Mit Beständigkeit und Ausdauer ziehst du diese Bahn zur Furche, die dich abschneidet von der wahren Basis, deinem eigentlichen Wesen:
Liebe, Glück, Frohnatur.

Da ist gesundes Wachstum möglich.
Da ist Austausch da, der zusammen wachsen lässt.
Zusammenwachsen lässt.
Es ist unmöglich, dass in diesem Begegnen und Lieben sich der alte Ballast halten kann.
Es bedarf der Achtsamkeit!

Denn dieses Neue, Unverletzte, Feine braucht Schutz.

Die Basis muss da sein.
Sind es Emotionen, wird es – früher oder später – sowieso enden.
Meist später, denn wir winden uns um die Wahrheit herum.
Wüssten es längst und verdrängen (oft unbewusst!), dass „es das nicht ist“.
Dass es nicht stimmt.
Je länger wir auf diesem Erdenrund wandern, desto unrunder läuft das meist in Sachen Partnerschaft.
Immer schneller beenden wir oder fangen erst gar nicht an.
Lassen uns nicht mehr ganz drauf ein.
Die unsichtbaren Narben sind zu undurchdringlichen Schutzmauern geworden, mit denen WIR innerlich klarkommen, da die Energie umgeleitet wird.
Aber von außen kommt kaum mehr was ran an uns.
Kommt keiner mehr wirklich durch zu uns.

Wirken, einwirken, aufweichen, durchdringen und danach vernetzen, das schafft die Liebe.

In meinem früheren Praxisraum habe ich auf die Wand folgende Aussage geschrieben:

„Es gibt nur eine einzig wahre Macht und das ist die Liebe.

Ihr Licht leuchtet alle scheinbare Dunkelheit hinweg.“

Wie wahr!

Die Dunkelheit ist scheinbar – denn sie hat in sich keinen Bestand.
Selbst einem einzigen Streichholz, das du anzündest, muss sie weichen.

Richten wir uns wieder auf dieses Leuchten, dieses Scheinen, dieses Strahlen aus!

Da leuchten wir schwere Gedanken hinweg.
Da brechen alte Muster auf und verschwinden ins Nichts – wo sie einst entstanden sind.
Angst ist fehlgeleitete Liebe.
Angst kann man zurück lieben.

Auf das schauen, was gut ist und schon gewachsen ist, wird es weiter wachsen lassen.
Weiterwachsen lassen.
Gib dem Aufmerksamkeit und Nahrung, was schon da ist. Das stärkt, was schon IST.

Was nicht ist, wird nicht wachsen. Da kannst du kämpfen und dich plagen, wie du willst. Es wird dauerhaft keinen Bestand haben. Wie denn auch?

Also schau der Wahrheit ins Auge – sei ehrlich mit dir!
Geh in die Stille. Immer wieder. So oft und so lange, bis du der Wahrheit in die Augen schauen kannst.
Das kannst du step by step bei allen Situationen in deinem Leben machen.

Was hast du da vor dir?

Wo ist Wachstum möglich?
Wo bist du gefragt und willkommen?
Wo kannst du sein, wie du bist und dich einbringen mit dem, was du hast und kannst?
Wo ist Entfaltung möglich?
Wo musst du dich ständig zurücknehmen?
Wo „bildest“ du dir ein, dass es passt?
Wo musst du „Kasperl“ spielen, damit du dich integriert fühlst?
Wo steckst du immer und immer wieder zurück, Hauptsache, es geht weiter?
Wenn du „im Lichte der Wahrheit“ schaust, dann erkennst du!

Was trägst du dazu bei, dass eine Situation ist, wie sie ist?
Stimmt das?

Richte dich auf und richte dich aus!

Schau mit neuen Augen!


Da hört Kampf auf.
Da hört Härte auf.
Da hört Schmerz auf.

Da fängt was Neues an.
So neu, wie du schaust.

Und der Satz „wir arbeiten daran“ – hat ausgedient.

Das, was ausgedient hat, kann sein, wie es ist. Es bekommt keine Aufmerksamkeit mehr.
Es macht nichts mehr mit uns.
Kann kommen, was will!

Wir werden durch die Liebe frei!
Im freien Lieben geschieht Freiwerden.
Im Freiwerden geschieht freies Lieben.
Ist das nicht wundervoll, schön?
Ja – das ist es! Voller Wunder!

Du willst sie erleben?
Dann hör auf mit dem Kampf und lass uns damit anfangen:

Wir lieben daran!