Nimm deine Flügel ab und geh – aus dem Net(z) der virtuellen Welt ins wahre Leben

Nimm deine Flügel ab und geh – aus dem Net(z) der virtuellen Welt ins wahre Leben

Hier ein Artikel aus meinem Archiv aus dem Jahr 2016 – wieder mal die “Orkanerie in mir”, die durch meine Schreibfeder gekommen ist:
Du hast genug vom ganzen Zauber im Net und vom kostenlosen Teilnehmen an irgendwelchen Dates, Seminaren, Kursen, Vorträgen, Möglichkeiten zur Reich-Werdung?
Du kannst es nicht mehr hören, das Gelabere der Welt von wegen besser werden, besser verdienen, besser leben, …
besessener kann’ s gar nicht werden…
Denn der große Geber dahinter will immer nur eines:
Dich davon überzeugen, dass du nur „ja“ sagen musst.
Dann geht alles!
(Und wenn nicht, wirst du bestimmt eine Erklärung bekommen, was du verbockt hast – falls du hinterher überhaupt die Möglichkeit bekommst zur Stellungnahme).
Es geht, klick an und sag JA – dann bist du mit dabei!
Er verdient daran.
An diesem JA.
Und du wirst leer.
Klar:
Der Sog nach hinten ist unaufhaltsam.
War er doch ein Loser, der arm war und jetzt auf einmal so sehr reich, dass er nichts besseres zu tun hat, als dich davon überzeugen, wie reich du werden kannst damit.
Er glaubt es vielleicht selber noch.
Und wenn ich dann schon höre, dass sie das ABSOLUTE erreicht haben – sei es in Beziehungen, im Beruf, im Geschäft, einfach Reichtum …
warum in aller Welt, wenn sie so gut und top sind, müssen sie dann so viel Werbung machen und sich so plagen mit armen Würstchen?
Warum?
Meine 4-Sätze-Methode wirkt auch hier:

Warum müssen sie sich so plagen mit armen Würstchen?
Müssen sie sich so plagen mit armen Würstchen?
Offensichtlich, ja (sonst würden sie ja nicht jeden Tag Werbung schicken und noch mehr Beweise liefern, dass das so toll funktioniert!) – also ja, sie müssen sich so plagen mit uns armen Würstchen.
Die armen Würstchen plagen sich mit ihnen!

Die armen Würstchen möchten endlich auch ach so vollkommen und reich und schön und toll und glücklich sein wie die, die das preisen!
Plagt euch, arme Würstchen!
Sucht und plagt euch und ich sage euch:
Es wird nicht aufhören – ihr werdet so nicht glücklich!
Nur die Angst in uns lässt uns im Außen suchen!
Nur die Angst!
Wenn ich einmal begriffen habe, dass ich eben NICHT GEGEN den STROM zur Quelle gelange (das ist Kampf ein Leben lang!), sondern mit dem Strom durch alle Erfahrungen eines „Tropfens aus der Quelle“ wieder irgendwann dahin zurückfinde –
Evolution – dann, ja DANN sehe ich mich da, wo ich bin.
Und genau deshalb kannst nur du mit deinen Möglichkeiten, mit deinem DU-Sein da, wo du bist, schaffen.
Schöpfen, Möglichkeiten als die DEINEN sehen.
Nicht fremdbestimmt!
Ich bestimme dich nicht fremd!
Ich schaue dich an.
Ich reflektiere dein Licht, deine Weisheit, den „Kern“, den du im Moment nicht siehst im Suchen.
Vor lauter Bäumen keinen Wald sehen, heißt es im Volksmund.
Das Ganze nicht mehr überschauen, nicht mehr drüberstehen, sich verwurschteln in den Prozessen des Alltags.
Oder so sehr abgehoben (oder untergetaucht), dass es auch nicht funktioniert.
Sogar Gott hat sieben Tage gebraucht, um die Welt zu erschaffen, wenn man der Schöpfungsgeschichte Glauben schenkt.
Und du willst das mit einem Fingerschnipper machen, klar!
Du willst mit dem spontanen Anfall aus Angst, Not, Euphorie, Begeisterung, Drang, Sucht, Wollen, Vision, …. jetzt umsetzen.
Jetzt!
Nur noch ein paar Stunden geht das super Angebot.
Dann ist es zu spät!
Dann versackst du wieder im alten Trott, den du nicht genutzt hast.
Tja, blöd gelaufen für dich!
Alle anderen sind ja jetzt schön heraußen und haben es geschafft!
Du hast es wieder mal übersehen, verbockt, keinen Mut gehabt.
Regt sich in deinem Inneren irgendwas?
Auch nur irgendwas ..?
Was ist es?
Angst, Wut, Schmerz, Zorn, Trauer, Bedauern, Wehmut, …?
Gut.
Gefühle hast du also noch.
Ist ja schon mal gut!
Denn wenn du so resignierst, dass auch die nicht mehr da sind, dann sind wir schon ein Stockwerk tiefer.
Aber auch nicht hoffnungslos!
Hoffnungslos ist das meist verkaufte “Gehabe”, das Menschen um das letzte Quentchen Menschenverstand bringt!
Denn dann bist du nicht mehr „Herr der Lage“, fühlst dich völlig ausgeliefert an die böse Welt, machtlos den ganzen Einflüssen gegenüber.
Dann steh auf und schau dir in den Spiegel.
Was ist das?
Was siehst du?
Du kannst im Spiegel nichts anderes sehen als DICH!
Gefällst du dir?
Was schaut heraus?
Oder heißt es schon mal „schönreden“, „aufmoppen“, „Daumen-hoch-zeigen“, um auch nur irgendwo Motivation herzubekommen?
Dann … ja dann wird es wirklich Zeit.
Nein, es ist noch nicht Zeit.
Ein bisschen Luft haben wir noch.
Es stehen wichtige Dinge an, die davor erledigt werden müssen. Inklusive uns!
Wir er-ledigen uns damit.
Und weil wir ja nur den Auftrieb der Angst haben, wird das bald wieder verebben, denn wenn die Angst ihr Brot hat, gibt sie Ruhe.
Sie sieht ja dann: „Hey, ich hab dich antreiben können! Ok, dann entspann ich mich mal wieder.“
Und hier siehst du den Teufelskreislauf.
Du läufst an, bis zur Höchstform vielleicht, und dann verebbst du wieder.
Der andere Teil in dir impliziert dir dann ja, dass es alles gut ist, wie es ist. Beschwichtigt dich wieder und raunt dir ins Ohr, dass doch eh alles kommt, wie es kommen muss.
Alles ist gut!
Alles muss so sein!
Jaja, die Spirituellen wissen schon, was los ist!
Sie erheben sich über alle Umstände, Zustände und Scheißtage im Leben. Es ist alles gut, es muss alles so sein.
Wie schön, dass ich all das lernen durfte. Hach, wie bin ich dankbar.
Bitte noch ein bisschen Karma, denn es lässt mich so sehr reifen!
Regt sich etwas in dir?
Schau mal hinter die Wände solcher Erleuchteten!
Sie sind höchstens Leuchten!
(Den “Strom”, die Energie dafür, liefern wir – Geld!)
Denn wenn ich „Wochenlegungen“ brauche, stets in die Karten schauen muss, Sitzungen brauche und ständige Benebelung, weil ich die Welt sonst nicht aushalte, dann ist das genauso Verleugnung!
Da wüten und schimpfen die einen über alles und jeden, die anderen reden es schön.
Die einen meditieren es weg,
die anderen saufen sich ins Koma,
die einen füttern sich voll,
die anderen putschen sich auf – der Markt ist groß mit Mitteln dafür!
Dann gibt es noch die positiven Affirmationen!
Wunderbar, wie ich mit dauerndem Vorsagen und Mentaltraining dem Unterbewussten ein Schnippchen schlagen kann!
Dann noch das Umprogrammieren nicht zu vergessen:
Ja! Das geht ganz einfach!
Und schon bist du neu!
Und alle werden sie reich da draußen!
Nur du nicht!
Wirst du langsam unruhig!?
Endlich mal ein bisschen aggressiv?
Nein, das gehört sich nicht!
Noch hab ich mich schön unter Kontrolle!
Alles gut!
Und sonst machen wir gleich ein paar Atemübungen zum Runterkommen.
Mehr aus als ein – sonst hyperventilieren wir.
Alles gut!

Aber irgendwann im Leben (hoffentlich zeitnah!) kocht da unten das Flämmchen wieder größer auf und es hilft nicht mehr, den Deckel schön drauf halten, damit nix überkocht.
Dieses Flämmchen erstickt erst, wenn gar nichts mehr geht.
Wenn du diesen Durchlauf als ein Dauerdurchleben machst, dann wird es eng und du spürst das Flämmchen wirklich nicht mehr.
Aber das Flämmchen weiß um dich!
Und solang es in irgendeiner Form imstande ist, dich noch zu entfachen, solang du ihm auch nur einen Atemzug “Leben” zukommen lässt, um zu brennen, lebst du weiter.
Manche ersticken es im Verdruss gewaltsam, wir wissen …

Das ist ein anderes Thema.
Ich rede ja von uns, die wir noch eiserne Disziplin haben oder Lebenswillen.
Wenn also, aus welchem Grund auch immer, dieses Flämmchen wieder mal hochschießt, geht es rund!
Wir eruieren jetzt natürlich wieder den Grund, warum das Flämmchen hochschießt.
Zersägen und zerteilen dieses Geschehen, bis das Flämmchen wieder klein ist.
Und dazwischen kommen so tolle Nachrichten auf Facebook!
Die ziehen wir uns rein und aaaahhh, es geht uns gut.
Ein schöner Spruch, ein wunderschönes Bild, das Leben spielt sich eben doch online ab!
Da kann ich genüsslich auf dem Allerwertesten verweilen und rumspionieren, wo ich will.
Etwas Ablenkung braucht man (“man” mit einem “N” geschrieben ist der Scharfrichter im Hirn, den wir kurzfristig ausklinken).
Ein „Gefällt mir“ lässt mich teilhaben und meine Meinung kundtun!
Ja!

So gehört sich das! Weiter so!
Gäbe es keine Kriege, bräuchte es keine Friedensbewegung!
Gäbe es keine Krankheit, bräuchte es keine Diagnosen, keine Ärzte, keine Einrichtungen, die uns auffangen und helfen!
Super!
Schau, was Mutter Natur alles zu bieten hat!
Genieß es!
Postet man dann doch mal einen heiklen Artikel über Tierquälerei – sofort kommen per PN die Vorwürfe: „Warum tust du das, ich habe direkt gespürt, wie das Tier leidet!“
Da könnte ich gleich einhaken! Dann musst du dich besser abgrenzen, meine Liebe, dann mach mal schnell einen Termin bei mir, da stimmt was nicht!
Dann teile ich schnell ein Filmchen, wie wir täglich umgehen mit der Natur – vom Lederstiefel über die Massentierhaltungs-Befürworter, weil wir ja dies und das kaufen und auch noch essen!
Weiter über Müllproduzierer und und und.
Und, was ist dann?
Wie viele „Likes“ bekommt man dafür?
Mager, mager!

Facebook muss schöner werden, also auf!
Musik muss her, jeder macht mit, die anderen sollen ruhig weiter schlechte Nachrichten verbreiten, die werden schon sehen, wohin sie kommen!
Und das Tollste kommt ja erst:
All diese Tests, natürlich wieder gratis!
Wer bist du, welchem Tier ähnelst du, wer warst du im vorigen Leben, mit wem bist du ganz nahe verbunden, welche Talente und Fähigkeiten besitzt du …?
Fühlst du dich besser danach?
Hast du wirklich nichts besseres zu tun, als deine Zeit damit zu vergeuden?
Armes Würstchen!
So macht man Menschen abhängig.
Du glaubst es nicht?
Dann lösche dein Facebook-Konto!
Jetzt!
Ein für allemal!
Du zögerst?
Warum?

Zögern heißt, da zieht was in die andere Richtung!
Facebook natürlich!
Das zieht nach hinten, in die virtuelle Welt!
Ja nicht raus ins Leben!
Traust du dich?
Traust du dich wirklich?
Dann poste groß, du wirst dich jetzt ins Leben begeben und dich verabschieden.
Oder sei still und tu es einfach …
Geh in kleinen Schritten.
So klein, wie du ins Leben gehst.
Wird dir halt auch Kleines bringen.
Mehr traust du dich nicht.
Auch ok.
Ärgere dich dann nicht, wenn wenig kommt.
Wundere dich nicht über die Rückfälle.
Denn die Angst ist groß genug, dich zu blockieren!
Sehr groß!
Mächtig!
Hält dich in Schach!
Und schon laufen wir wieder zurück ins Alte.
Ins Vertraute.
In die Gewohnheit.
Lieber in der alten Gewohnheit sudeln, nur ja nicht raus aus dem tristen Leben, das so viel Vertrautheit bietet.
Mein Gott, Mensch!
Wie verlassen worden bist du irgendwo, dass du so viel Kummer auf dich nimmst?
So viel Sorge trägst für dich und andere?
Jeden Schritt nur unter größter Vorsicht und Bedenken gehst?
Welche Stärke muss ein Mensch haben, um all diesen Verlockungen und Verführungen standzuhalten?
Das sind für mich wahre Meister!
Die haben sich gemeistert und wandeln mitten unter uns!
Nicht abgehoben und abgesondert!
Ich meistere mich selbst!
Das heißt: Ich spüre mich, handle dahingehend.
Tun, was mir gut tut, hat wenig gemein mit tun, was mir gefällt!
Mir gegenüber wohlwollend sein, das ist das Gegenteil von „wohlgefällig“.
Wenn ich sagen kann: „Ich bin geheilt!“, dann hab ich wieder eine Meisterschaft errungen. Und weiter geht’ s!
Wenn ich so in die Welt leuchte, dann stecke ich andere automatisch damit an!
Von selbst!
Was ist mein SELBST?
Das egozentrische, ausgelagerte Ich, das sich von Emotionen durch’ s Leben peitschen lässt?
Oder das exzentrische Wesen, der eingeborene Engel, der sich nicht durch mich ausdrücken darf?

Beides ist nicht „mittig“, beides nicht stimmig!
Also zusammenführen und annähern.
Denn auf das lässt sich alles herunterbrechen:
Ich bin was wert!
Ich bin arm!

Wo bist du lieber beheimatet?
Dann bring diese „Heimat“ in die Welt!
Wir sind schon alle Engel, die Frage ist, wie viel wir davon ins Mensch-Sein bringen!
Nimm deine Flügel ab und geh!